Warum Menschen Ihre Zusagen nicht einhalten

Ich komme gerade von einer sehr interessanten Telefonkonferenz zum Erfolgsprinzip Nr. 54 „Halten Sie Ihre Versprechen“. Allgemeiner Tenor der Teilnehmer war es, dass es heute immer öfter vorkommt, dass Menschen – egal ob im Beruf oder im Privaten – ihre Zusagen nicht mehr einhalten.

Ist es nicht so, dass wir heutzutagen immer mehr zu einer Konfliktvermeidungsgesellschaft werden – man macht Zusagen, um nicht in eine offene Diskussion zu geraten. Nur um aus einer unangenehmen Situation herauszukommen, versprechen wir Dinge zu tun, die wir eigentlich gar nicht wichtig finden oder eventuell gar nicht beabsichtigen einzuhalten.

Das größte Problem an dieser Haltung sind die psychologischen Konsequenzen für uns selbst. Selbst wenn niemand bemerkt, dass wir unsere Zusage nicht eingehalten haben – wir selbst merken es immer. Und nach und nach höhlen wir damit unser eigenes Selbstvertrauen und den Respekt vor uns selbst aus – schleichend, aber sicher.

Ein Tenor in der Diskussion war auch, dass wir uns nicht so leicht zu ungewollten Zugeständnissen überreden lassen, wenn wir selbst ganz glasklar wissen, was wir eigentlich wollen. Haben Sie diese Klarheit? Sie wird Ihnen helfen, Ihre Entscheidungen so zu treffen, dass sie mit Ihren eigenen Wünschen und Zielen zusammenpassen. Sie werden merken, dass über kurz oder lang die Ablenkungen und Anfragen immer weniger werden. Die Menschen rund um Sie herum werden genau wissen, wofür Sie stehen und dass Sie sich nicht so leicht zu etwas überreden lassen. Aber sie werden auch wissen, dass wenn Sie zu etwas JA sagen, dass man sich darauf verlassen kann. Und auch Ihnen selbst wird es eine Wohltat sein, zu merken, dass Sie sich auf Ihr eigenes Wort verlassen können, weil Sie eben bewusst auswählen, wozu Sie JA sagen.

Noch 2 Tips, um das besser umzusetzen:

1. Machen Sie vor jeder Entscheidung eine Pause – die muss nicht lange sein, aber lange genug, um tief Luft zu holen und in sich hineinzufühlen, ob Sie das jetzt wirklich wollen, oder ob Sie sich bloß verpflichtet fühlen, aber eigentlich kein Interesse haben.

2. Stellen Sie sich einen klaren Kriterienkatalog auf, nach dem Sie Entscheidungen treffen: z.B. Wieviel Spaß macht mir das? Möchte ich das mit diesen Menschen machen? Was ist das Investment (zeitlich, energetisch, monetär, menschlich)?

Wir tendieren dazu den Weg des Einfachen zu gehen, was zumeist später zu Härten führt. Auf lange Sicht ist es leichter, zuerst hart zu sein und für seinen Standpunkt einzutreten, und es danach leicht zu haben, weil mögliche schwierige Situationen gleich zu Beginn ausgeräumt wurden.

Ich habe mir persönlich vorgenommen, wieder viel mehr auf meine Pausen zu achten, mich zu zentrieren und meine Entscheidungen noch achtsamer zu treffen. Es fühlt sich einfach gut an.

Haben Sie eine wunderbare Zeit, bis zum nächsten Mal,

Ihr Martin Laschkolnig

Halten Sie das überhaupt aus?

Immer wenn ich in meinen Vorträgen oder Coachings sage, „Sie brauchen freie Tage“, ernte ich andächtiges, zustimmendes Nicken.

Ich setze dann noch nach: „Nur mit ausreichend freien Tagen und Zeit zum Batterien aufladen, sind Sie in der Lage, kreative Ideen zu entwickeln.“ Wieder andächtiges Nicken.

„Wie viele richtige freie Tage haben Sie denn im letzten Quartal gehabt? Freier Tag = 0-24 Uhr (oder vom Aufstehen bis zum Schlafengehen für die Nachteulen) keine, ich wiederhole, keine, null, nada, nix, niente geschäftliche Aktivität – und das inkludiert die E-Mails am iPhone oder Blackberry …“ Hier teilt sich das Publikum in: betretenes Schweigen und/oder rebellisches Wegsehen (viele), angestrengtes Nachrechnen bzw. Kalenderblättern (wenige), erfreutes Lächeln (noch viel weniger).

Offensichtlich wissen wir, dass wir sie brauchen. Aber wir tun’s nicht.

2 Anregungen zur besseren Umsetzung:

1. Klarheit: wir brauchen Verschnaufpausen, genauso wie unser Unterbewusstsein. Nur mit Ruhephasen, wenn das geschäftige Geschnatter des Tagesbusiness aufhört, kann die – bei den meisten von uns leise – Stimme des Unterbewusstseins aktiv werden und plötzlich ist die Eingebung da. Nicht umsonst werden soviele gute Ideen in der Dusche, beim Autopolieren oder Bügeln geboren. Es ist eine einfache Gleichung: körperliche Beschäftigung + mentaler Ruhezustand = geistiger Freiraum für’s Unterbewusste.

2. freie Tage einplanen: Berücksichtigen Sie in Ihrer Jahres- und Monatsplanung nicht nur Ihre Ziele, sondern auch mit wievielen Erfolgs- und Vorbereitungstagen Sie diese erreichen möchten. Und wieviele freie Tage möchten oder brauchen Sie dieses Monat?

Mehr dazu gibts im kostenlosen „Die Erfolgsprinzipien“-Jahresplaner + Erklärungsbooklet auf http://www.DieErfolgsprinzipien.de/planer (nur Registrierung erforderlich).

Schaffen Sie bis zum Ende des Jahres 52 völlig freie Tage? Falls Sie jetzt zum Grübeln anfangen – das wären nur die noch kommenden 26 Wochenenden …

mit besten Grüßen,

Ihr Martin Laschkolnig